Teil 2: Weltlebensraum (Kontext)

 Herzlich Willkommen zur

Weltkunde

– Ein Einstieg zum Handlungsfeld Nachhaltigkeit mittels 40 Fragen –

Weltkunde – Startseite – https://sinnwissen.wordpress.com/weltkunde/
Teil 1: Individueller Einstieg
https://sinnwissen.wordpress.com/weltkunde/01_einstieg/
Teil 2: Weltlebensraum (Kontext)https://sinnwissen.wordpress.com/weltkunde/02_kontext/
Teil 3: Weltlebenswerk (Konzept) https://sinnwissen.wordpress.com/weltkunde/03_konzept/
Teil 4: Weltwirkung (Kompetenz)https://sinnwissen.wordpress.com/weltkunde/04_kompetenz/

TEIL 2 | Weltlebensraum (Kontext) | Fragen 11 bis 21

Es erweist sich, dass das, was Weltkenntnis genannt wird,
die Menschen eher schlauer als gut macht.
– Samuel Johnson –

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Hier in Teil 2 erhältst Du einen Einstieg dazu, “wie es unserem Planeten Erde geht”. Analog zu Teil 1 finden sich nachfolgend zehn Fragen, die einen roten Faden durch die Informationen bieten. Damit es uns nicht so ergeht, wie Samuel Johnson dies im Zitat oben rechts auf dieser Seite beschreibt und wir einfach nur “eher schlauer” werden, werden wir hier nicht stehen bleiben, sondern in den nachfolgenden Teilen 3 und 4 der Weltkunde (vgl. die Weblinks oben) Konzepte kennen und verstehen lernen sowie Kompetenzen erkunden, die uns allen und Dir persönlich dabei helfen können, die Welt um uns herum zum Besseren hin zu verändern. Du erfährst anhand der folgenden zehn Fragen hier in Teil 2 aber nun zunächst einiges dazu, wo unser Weltlebensraum Planet Erde steht und von welchen Entwicklungen und Erkenntnissen unser Denken und Handeln ausgehen muss. Ebenso wie Tal Ben-Shahar (2010, S. 29), der Dir schon in Teil 1 begegnet ist, für das Glück davon ausgeht, dass “ein besseres Verstehen der Natur des Glücks – und noch wichtiger, die Umsetzung bestimmter Ideen – den meisten Menschen in den unterschiedlichsten Situationen helfen [wird], glücklicher zu werden”, wird auch hier davon ausgegangen, dass ein besseres Verstehen rund um das Thema der Nachhaltigkeit dabei helfen wird, nachhaltiger zu leben; jedenfalls dann, wenn man dies möchte. Fangen wir nun einfach an und setzen wir die zehn Fragen aus Teil 1 hier mit zehn Fragen fort:

 

Frage 11: Wo kommen die Treibhausgase her, durch die sich die Erde erwärmt?

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Nach dem Kyoto-Protokoll (vgl. http://unfccc.int/resource/docs/convkp/kpger.pdf) gibt es sechs Treibhausgase bzw. Gruppen von Treibhausgasen:

  • Kohlendioxid (CO2),
  • Methan (CH4),
  • Distickstoffoxid/Lachgas (N2O),
  • teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW / HFC),
  • perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW / PFC) und
  • Schwefelhexafluorid (SF6).

Diese entstehen in erster Linie bei der Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas), aber auch bei Aktivitäten wie der Erzeugung von Eisen und Stahl, beim Einsatz von Lösungsmitteln und von Mineraldünger sowie bei der Tierhaltung oder bei Deponien (Statistisches Bundesamt, 2014, S. 416). Die nachfolgende Graphik zu den durch Menschen verursachten Treibhausgasemissionen (engl.: Greenhouse Gases [GHG] Emissions) von 1970 bis 2010 zeigt insbesondere, dass CO2 (orange, rot) den deutlich größten Anteil hieran ausmacht (Edenhofer et al., 2014, S. 6):

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In dieser Abbildung ist insbesondere auch zu erkennen, dass die Steigerung der Emissionen im Zeitraum von 1970 bis 2000 durchschnittlich bei

1,3% pro Jahr

gelegen hat, im Zeitraum von 2000 bis 2010 allerdings höher und zwar bei

2,2% pro Jahr.

Dies hört sich vielleicht zunächst einmal nach wenig an, summiert sich aber über die Jahre deutlich auf und löst insgesamt Effekte aus, die wir nicht mehr vernachlässigen können, wie die nachfolgenden Ausführungen aber insbesondere auch die Filme, auf die in der Antwort zu Frage 14 unten hingewiesen wird, anschaulich aufzeigen. Einige Regionen auf der Erde sind dabei mehr betroffen als andere. Die Konzentration an C02 in der Athmosphäre liegt im Jahre 2014 bei ungefähr 400 ppm (ppm bedeutet ‘parts per million’). Damit befinden sich unter einer Million Molekülen in der Luft im Jahre 2014 ungefähr 400 Moleküle C02 und heute ggf. auch schon mehr. Folgende Graphik fand sich seinerzeit auf einer Internetseite der US-amerikanischen Weltraumorganisation NASA unter dem Link http://climate.nasa.gov/evidence/:

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In dieser Abbildung ist zu sehen, dass die Konzentration an CO2 in der Atmosphäre in den letzten 650.000 Jahren deutlich niedriger war, als diese sich nun seit dem Jahre 1950 entwickelt hat. Solche Daten kann man u. a. mittels der Untersuchung von Eisbohrkernen ermitteln. Das nachfolgende Video zeigt eine recht anschauliche, bewegte Darstellung der Entwicklung:

 

Wie unter http://www.climatecentral.org/news/april-will-be-first-month-with-co2-levels-above-400-ppm-17331 nachzulesen ist, war damit wohl der Monat

April 2014

seit vielen 100 000 Jahren der erste Monat, für den die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre den gesamten Monat lang über 400 ppm lag.

Die Menge CO2, die pro Jahr durch die Menschheit produziert wird, ist – wie sich bei Jorgen Randers (2012, S. xv, S. 144) findet – etwa doppelt so hoch, wie die Erde vertragen kann, und – da von den Ozeanen und Wäldern nicht alles absorbiert werden kann – sammelt sich CO2 stetig in der Atmosphäre an. Die Ozeane haben wohl ca. 25% des in die Athmosphäre emittierten CO2 aufgenommen, wodurch die Ozeane saurer wurden und werden (Turley, 2013). Die Ansammlung des CO2 und weiterer Klima- oder Treibhausgase in der Atmosphäre löst den Treibhauseffekt aus, der in folgendem Video erklärt wird:

 

Im Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change, auch Weltklimarat) und zwar Working Group III aus dem Jahre 2014 zeigen sich die folgenden Quellen für die Emissionen in die Atmosphäre (Edenhofer et al., 2014, S. 7):

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In dieser Abbildung sind 49 Gt CO2 eq (= 49 Gigatonnen CO2 Äquivalent) an Emission von Klima- oder Treibhausgasen (engl.: Greenhouse Gases [GHG]) im Jahre 2010 genannt. Mit “Äquivalent” (engl.: equivalent [eq]) ist gemeint, dass es – wie wir oben gesehen haben – auch andere Treibhausgase neben dem C02 gibt, die einen Beitrag zur Erderwärmung leisten, für die mittels eines CO2-Äquivalentes eine Umrechnung in Tonnen CO2 erfolgt ist, um einen einzigen Wert angeben zu können. Eine wichtige Botschaft im Zusammenhang mit dieser Graphik oben ist sicherlich, dass die Emissionen aus mehreren Bereichen wie Industrie, Landwirtschaft, Transport und Gebäude heraus verursacht werden und, dass für eine deutliche Reduktion der Emissionen daher Anstrengungen an mehreren oder eben auch vielen Stellen zugleich notwendig sind. Jeder von uns ist – wie wir gleich noch sehen werden – auf verschiedene Weise an diesen Emissionen beteiligt. Die notwendigen Veränderungen sind daher vielfältig und grundlegend.

Von den oben festgestellten 49 Gt CO2 eq (= 49 Gigatonnen CO2 Äquivalent) an Emission von Klima- oder Treibhausgasen im Jahre 2010 stammen nach Edenhofer et al. (2014, S. 7) 32  Gt CO2 eq – also ca. 65% – aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe und Industrieprozessen. Zudem wird bei Edenhofer et al. (2014, S. 6) folgendes festgestellt:

“CO2 emissions from fossil fuel combustion and industrial processes contributed about 78 % of the total GHG emission increase from 1970 to 2010, with a similar percentage contribution for the period 2000 – 2010 (high confidence).”

[Hervorhebung ergänzt]

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, dass in den weiter unten angesprochenen Maßnahmenempfehlungen deutlich die Reduktion der Verbrennung fossiler Brennstoffe gefordert wird. Ungefähr die Hälfte der durch den Menschen verursachten CO2-Emissionen zwischen 1750 und 2010 stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus den letzten 40 Jahren (Edenhofer et al., 2014, S. 7). Wir verbrauchen heute – wie Harald Lesch im folgenden Video angibt – in einem Jahr den Kohlenstoff, für dessen unterirdische Speicherung der Planet Erde eine Million Jahre gebraucht hat:

 

Ein eingängiger Gedanke ist, dass für Unternehmen in heutiger Zeit mit dem Element Kohlenstoff Herausforderungen einhergehen, die auch wie zwei Seiten einer Medaille aufgefasst werden können oder um in den Worten von Prof. Dr. Timo Busch zu schreiben, auf den dieser Gedanke zurückgeht: “[…] fossil fuel scarcity and climate change are like two sides of the same carbon coin”. Zur Verankerung dieses Gedankens in der Auseinandersetzung mit fossilen Brennstoffen auf der Inputseite und Kohlenstoffemissionen/Klimawandel auf der Outputseite unternehmerischer Wertschöpfung kann bei Busch und Hoffmann (2007) nachgelesen werden.

Ein kurzer historischer Abriss von Zeit online mit dem Titel “Die Erde im Schwitzkasten” findet sich unter:

http://www.zeit.de/2015/48/treibhauseffekt-klimawandel-erderwaermung-klimagipfel

Weiten wir mit der nachfolgenden Frage nun einmal unseren Blick auf die Herausforderungen über die Emissionen an Treibhausgasen hinaus aus.

Frage 12: Aber Treibhausgase sind doch nur’ ein Teil des Problems, oder?

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Ja, Treibhausgase sind “nur” ein Teil des Problems, aber zugleich auch kein geringer Teil. Wir müssen davon ausgehen, dass die Menschheit heute insgesamt und aus mehrerlei Perspektive die Erde so intensiv nutzt, dass die Erde dies nicht einfach unverändert wieder ausgleichen kann. Die Betrachtung des sogenannten ökologischen Fußabdrucks der Menschheit (engl.: human ecological footprint) zeigt, dass wir Menschen die Erde heutzutage insgesamt wohl ungefähr ein-einhalb mal so intensiv nutzen, wie die Erde dies unverändert verkraften könnte (Randers, 2012, S. 143)(Borucke, 2013, S. 6). Hierin sind Überlegungen bezogen auf Energie/CO2 (energy footprint) und bezogen auf Nutzungen wie Getreide, Holz, Fleisch, Fisch, Verstädterung (nonenergy footprint) enthalten (Randers, 2012, S. 143/149). Dass wir die Erde über die Maßen nutzen – und zwar mehr als diese unverändert verkraften kann, wird im Englischen auch Ecological Overshoot genannt. Auf der Internetseite

http://www.footprintnetwork.org/

finden sich Hintergrundinformationen zum ökologischen Fußabdruck in englischer Sprache. Insbesondere können hier eine kurze Zusammenfassung (LINK) aus dem Jahre 2012 gelesen und das folgende Video angesehen werden:

 

In diesem Video erhält man insbesondere die – pauschale, aber zugleich eingängige – Information, dass, wenn alle Menschen leben würden wie Westeuropäer, die Menschheit insgesamt dann die Erde dreimal so intensiv nutzen würde, wie die Erde dies unverändert verkraften könnte. Wir bräuchten dann (wenn alle so leben würden wie Westeuropäer!) also insgesamt eigentlich drei Erden, um im Einklang mit den natürlichen Ressourcen zu leben. Dies kann man stark vereinfacht auch so ausdrücken: Wenn alle Menschen die Erde ein Jahr lang so intensiv nutzen würden wie ein durchschnittlicher Westeuropäer, dann würde die Erde drei Jahre benötigen, um sich hiervon “zu erholen”. Diese Zeit zur Erholung hat die Erde aber gar nicht, denn die Menschen hören ja nicht nach einem Jahr auf, die Erde zu nutzen!

WAS MEINST DU, WIE LANGE DIE ERDE BRÄUCHTE,
UM SICH DAVON ZU ERHOLEN, WENN ALLE MENSCHEN DIE ERDE
EIN JAHR LANG SO  INTENSIV NUTZEN WÜRDEN WIE DU?

Du erhälst auf diese Frage eine Antwort, in dem Du in der folgenden Aufgabe anhand der dort genannten Internetseiten Deine eigene Analyse zu Deinem persönlichen footprint vornimmst:

AUFGABE V:

Ermittle Deinen persönlichen ökologischen footprint
auf den folgenden Internetseiten:

http://www.footprint-deutschland.de/

und

http://uba.klimaktiv-co2-rechner.de/de_DE/page/footprint/

Notiere auf einem Zettel die Informationen, die Du dabei eingibst und hebe diesen Zettel für später auf.

Insoweit die vorliegende Plattform zukünftig auch den Austausch in ein oder mehreren Foren ermöglichen soll, kann dann auch ein Austausch über diese individuell ermittelten footprints erfolgen.

Hast Du Deinen persönlichen Fußabdruck ermittelt? Dann hast Du jetzt auch eine erste Antwort auf die folgende Frage erlangt, denn so kann man diesen Wert auch verstehen:

WIEVIEL MAL DIE ERDE BRÄUCHTE MAN,
WENN ALLE MENSCHEN AUF DER ERDE SO LEBEN WÜRDEN WIE DU?

Selbstverständlich kann man sich die Frage stellen, wie genau diese Zahlen und Betrachtungen sind, und, ob es noch andere Methoden gibt, um solche oder ähnliche Zahlen zu erheben bzw. Betrachtungen anzustellen (vgl. Randers, 2012, S. 143)? Allerdings ist dies heute keine wirklich entscheidende Frage mehr, denn die Zahlenwerte sind heute so hoch, dass wir in jedem Fall handeln müssen, unabhängig davon, ob die Zahlen ganz genau genommen tatsächlich etwas höher oder etwas niedriger liegen. Die nachfolgende Abbildung zeigt auf, wie sich die Werte für den ökologischen footprint für alle Menschen auf der Erde zusammen im Zeitraum von 1961 – 2008 darstellen. Hierbei wird deutlich, dass der ökologische Fußabdruck (alle farbigen Bestandteile in der Abbildung und der graue Teil zusammengenommen) ca. hälftig durch die Emission von CO2/Treibhausgasen (Carbon Footprint, grau, ca. hälftig) verursacht wird.

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(Quelle: Plattform Footprint, 2013, S. 5)

Kernaussage im Zusammenhang mit dieser Abbildung ist, dass kurz vor Ende des ersten Jahrzehnts im 21. Jahrhundert der footprint für alle Menschen gemeinsam ca. ein-einhalb mal zu hoch ist, d. h. wir bräuchten seitdem eigentlich ungefähr 1,5 Erden und mehr, damit diese die Menschheit unverändert überstehen könnten (vgl. hierzu die Höhe der Oberkante der grauen Fläche im Verhältnis zum waagerechten dünnen roten Strich für 2008 rechts in der letzten Abbildung).

AUFGABE VI:
Um einen umfassenderen und vertieften Einblick in die Erkenntnisse des Weltklimarates zu erlangen, solltest Du Dir vielleicht einmal die Zeit nehmen und Dich auf der Seite http://www.ipcc.ch zum fünften Sachstandsbericht des Weltklimarates und zu den Ergebnissen der drei zugehörigen Arbeitsgruppen informieren (deutsche Versionen unter: www.de-ipcc.de).

Es lohnt sich beispielsweise, sich einmal die Kernaussagen aus folgendem Dokument

http://www.de-ipcc.de/_media/IPCC_WG1_AR5_Headlines_deutsch.pdf

einzuprägen ebenso wie die Kernaussagen aus den folgenden Dokumenten

http://www.de-ipcc.de/_media/IPCC_AR5_WGI_Kernbotschaften_20131008.pdf

http://www.de-ipcc.de/_media/IPCC_AR5_WG1_SPM_deutsch_WEB.pdf
(letzteres Dokument ist etwas umfassender)

Es bietet sich an, das, was Du unter www.de-ipcc.de gelernt hast, mit Familie und Freunden zu diskutieren: Was sagt Deine Familie bzw. was sagen Deine Freunde hierzu? Wie fühlt Ihr Euch und wie fühlst Du Dich in der Situation, dies zu diskutieren? Vielleicht helfen Dir und Euch dabei auch die folgenden fünf englischsprachigen Videos, die die Ergebnisse der 3 Arbeitsgruppen zum 5. Sachstandsbericht des IPCC zeigen sowie die Pressekonferenzen im April 2014 und im September 2014

 

Unter http://www.ipcc.ch können auch die aktuellen Ergebnisse des fifth assessment report (AR5) aus der zweiten Hälfte des Jahres 2014 auf Englisch eingesehen werden. Weitere Systematisierungen und Beschreibungen der insgesamt sehr komplexen Probleme aus verschiedenen Perspektiven liefern beispielsweise folgende Quellen:

>> In einem Video unter https://www.youtube.com/watch?v=Yltbsx9Sv6w spricht Prof. Hahlbrock insbesondere auch die durch die Entwicklung der Weltbevölkerung erlittenen Verluste mit folgenden Stichworten Biodiversität, Klimastabilität, Bodenqualität, Wasserqualität, Ressourcen, Landwirtschaftliche Produktivität, soziale Stabilität und Solidarität an. Dies ist insgesamt genommen wirklich kein einfacher Problemkomplex.

>> Heute sind insb. neun planetare Grenzen im Gespräch, für die wir zum Teil die Grenzen schon deutlich überschritten haben (vgl. http://www.stockholmresilience.org/research/planetary-boundaries/planetary-boundaries/about-the-research/the-nine-planetary-boundaries.html). Vor dem Hintergrund der unter diesem Link zugänglichen Informationen wird einmal mehr deutlich, warum insb. Naturschutzorganisationen mittlerweise seit Jahrzehnten auf die Gefahr des Verlustes an Biodiversität hinweisen (vgl. auch Daten zur nachfolgenden Frage 13: Artensterben mit 100- bis 1000-fach höherer Geschwindigkeit im Vergleich zur Aussterberate ohne menschlichen Einfluss, Verlust von 1/3 aller Arten bis Ende des 21. Jahrhunderts zu erwarten). Eine mögliche Perspektive auf die Probleme aus einem naturwissenschaftlichen Blickwinkel ist, dass Veränderungen auf dem Planeten Erde von einer Art – nämlich dem Menschen – verursacht werden, die selber so “robust” ist, dass zunächst nicht der Mensch selber, sondern andere Arten vom Aussterben bedroht sind. Daher sollte die Feststellung, dass andere Arten aussterben, als Warnsignal sehr ernst genommen werden, denn es ist heute keineswegs abwegig anzunehmen, dass der Mensch mit der Übernutzung der Erde soweit gehen wird, dass er am Ende dann doch noch selber zu den bedrohten Arten gehört! Zuzüglich zu den aufgezeigten neun planetaren Grenzen (vgl. Link oben) ist eine zehnte planetare Grenze im Gespräch: http://www.ecointernet.org/2014/08/04/biosphere_collapse/. In einem Tweet in Twitter (https://twitter.com/PIK_Climate/status/556020767130152961) veröffentlicht das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zum Anfang des Jahres 2015 das folgende aktualisierte Bild zu den neun planetaren Grenzen mit der Botschaft, dass vier von neun Grenzen überschritten sind (rot/orange):

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>> Ein weiteres sehr ernst zu nehmendes Problem sind sogenannte Tipping Points. Dies sind geographisch lokalisierte Punkte, an denen die Erde oder Teile der Erde dann, wenn die Belastungen zu groß werden, unwiderruflich in einen neuen Zustand gerät bzw. geraten. Gegenwärtig sind mindestens 12 Tipping Points im Gespräch (http://www.thetippingpoints.com/):

 

Eine gute Übersicht zu Tipping Points an schmelzendem Eis, Veränderungen in Kreisläufen und Verlust an Biomen findet sich in einem Video mit Fay (2013) als Teil eines weiter unten noch angesprochenen Courses unter https://www.coursera.org/course/warmerworld.

>> In Verbindung mit dem Human Development Report 2013 der Vereinten Nationen [Link], aus dem einige Botschaften in folgendem Video enthalten sind

 

wird ein ganz grundlegendes Problem deutlich: Der Human Development Index (HDI), der Werte für Lebenserwartung, Bildung und Einkommen in einem Indikator zusammenführt, zeigt insgesamt betrachtet von 1990 bis 2012 eine sehr positive Entwicklung. Dies ist ja zunächst und für sich genommen positiv zu werten, nur: Wir haben oben gesehen, dass die Erde hierbei schon heute über Ihre Grenzen hinweg belastet wird. Verständlicherweise möchten nun Menschen überall auf der Erde bei besseren Lebensbedingungen leben. So zeigt eine Graphik aus dem Human Development Report 2013, dass die sogenannte Middle Class insgesamt deutlich zunehmen könnte und zwar im Zeitraum von 2009 bis 2030 von 1,845 auf 4,884 Milliarden Menschen weltweit (Malik et al., 2013, S. 3):

MiddleClassReport2013

(Quelle: Malik et al., 2013, S. 3)

HINWEIS: Unter folgendem Link findet sich der Human Development Report 2015 http://hdr.undp.org/en/2015-report (Jahan et al., 2015).

Eine Entwicklung, die für ein Land zu einem höheren Bruttoinlandsprodukt führt (bspw. verursacht durch ein Mehr an zu befriedigenden Bedürfnissen), erfordert einen erhöhten Energieverbrauch, wie die nachfolgende Abbildung zeigt (Ganteför, 2012, S. 61).

EnergieundBIP

(Quelle: Ganteför, 2012, S. 61)

Dies verdeutlicht einmal mehr die Notwendigkeit, konsequent die Entwicklung in Richtung einer nachhaltigen Nutzung der Ressourcen auf der Erde (hier die Abwendung von der Nutzung von fossilen Energieträgern) voranzutreiben, da ansonsten bei steigendem Energiebedarf ein dann erhöhter Einsatz fossiler Energieträger zu einer erhöhten Emission von Treibhausgasen führen würde.

Es gibt für dieses Problem insgesamt wohl keine sichere Patentlösung. Es gibt kein ‘Medikament’, das man der Erde – und vor allem der Menschheit – einfach ‘verabreichen’ könnte, und alles kommt dann einfach wieder ins Gleichgewicht. Daher wird auch mit dieser Online-Community (insbesondere https://www.twitter.com/sinnmacht) und der Weltkunde ein Beitrag zur Aufklärung mittels Information geleistet und damit dazu, dass jeder für sich, für sein Leben und für seinen Verantwortungsbereich seine Schlussfolgerungen ziehen kann. Es sei darauf hingewiesen, dass der Human Development Index (HDI) nicht den einzigen Ansatz für einen Index darstellt, der aufzeigen soll, wie gut es uns Menschen geht, was sich bspw. auch am OECD Better Life Index (www.oecd.org/statistics/howslife.htm, www.oecdbetterlifeindex.org) zeigt, der im Vergleich zum HDI noch einige Bereiche mehr einbezieht wie Wohnen, Einkommen, Beschäftigung, Gemeinsinn, Bildung, Umwelt, Zivilengagement, Gesundheit, Lebenszufriedenheit, Sicherheit, Work-Life-Balance). Und in Bhutan gibt es schon seit einiger Zeit das sogenannte Bruttonationalglück (Gross National Happiness, www.grossnationalhappines.com). Auch der Hamburger Wohlfahrtsindex (HWI) ist ein hier durchaus erwähnenswerter Ansatz und ebenso der Social Progress Index (www.socialprogressimperative.org/data/spi).

 

Frage 13: Was sind die Effekte, die zu erwarten sind?

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Diese Frage ist insoweit nicht ganz einfach zu beantworten, als dass bei aller Datenauswertung nach bestem Wissen und Gewissen, natürlich keiner einen abschließend sicheren Blick in die Zukunft unternehmen kann. Zugleich muss deutlich festgehalten werden, dass sich die Wissenschaft heute in sehr, sehr weiten Teilen einig dazu ist, dass einiges an Veränderung vor uns liegt, und auch in weiten Teilen einig dazu ist, wie diese Veränderungen aller Wahrscheinlichkeit nach aussehen könnten bzw. welche Dynamiken hier zu Grunde liegen. Wir tun daher heute sicher gut daran, die folgenden Informationen sehr ernst zu nehmen. Es wäre heute unverantwortlich, dies nicht zu tun. Selbstverständlich findet man insbesondere und vor allem auch in den Erkenntnissen des IPCC (Weltklimarates), die oben angesprochen wurden, bereits viele Informationen hierzu vor. Nachfolgend sollen nun noch einige weitere Quellen ‘zu Wort kommen’.

Seit vielen Jahren ist bekannt, dass wir fundamentale Veränderungen auf der Erde zu ewarten haben. Der Situation widmet sich bspw. ein Bericht des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung für die WELTBANK vom November 2012, der unter dem folgenden Link http://documents.worldbank.org/curated/en/2012/11/17097815/turn-down-heat-4%C2%B0c-warmer-world-must-avoided einsehbar ist und in folgendem Video von Dr. Jim Yong Kim in seiner Rolle als Präsident der Weltbank auf Englisch vorgestellt wird:

Dieser Bericht ist eine wesentliche Grundlage für den ursprünglich so benannten Online-Kurs Turn Down the Heat: Why a 4°C Warmer World Must be Avoided, der unter https://www.coursera.org/course/warmerworld zu erreichen ist. Wissenschaftler erläutern hier in Videosequenzen die Entwicklungen, denen unser globaler Lebensraum aktuell ausgesetzt ist, und welche Perspektiven uns erwarten. Die Teilnahme an diesem Online-Kurs in englischer Sprache ist – wenn man das Ökosystem Erde und die bevorstehenden Entwicklungen noch genauer verstehen möchte – sicherlich empfehlenswert. Bei vielen umfassenden, wissenschaftlich aufbereiteten Informationen gibt es in diesem Kurs auch kurze, eingängige Botschaften über bereits heute festzustellende bzw. sich abzeichnende Entwicklungen wie bspw., dass …

  • … voraussichtlich in den Jahren um 2080 bis 2100 in den meisten kontinentalen Regionen der kälteste Sommermonat deutlich heißer sein wird, als der wärmste heute (Hare, 2013), …
  • … die Verdeutlichung dazu, wie ernst die Situation für die Erde ist, mittels des Vergleichs, wie ernst ein Anstieg der Körpertemperatur um 4°C für den Menschen ist, im Vergleich zu 2°C (Gleick, 2013), …
  • … eine aktuell schnell zunehmende Versäuerung der Ozeane – bedingt dadurch, dass diese einen nicht geringen Anteil des CO2, das in die Atmosphäre emittiert wird, aufnehmen – mit vielfältigen Auswirkungen auf die marinen Ökosysteme (Turley, 2013), …
  • früher beginnende Frühlingsblüte (“1 to 2 weeks earlier”) festgestellt in den Daten aus 75 botanischen Gärten dieser Welt, deutlich öfter hohe Temperaturen/Hitzewellen und Verbreitung von Insekten/Schädlingen (Bierbaum, 2013), …
  • … erhöhte Risiken durch Klimaveränderung für die Gesundheit von Menschen wie beispielsweise auch bei Infektionen (McMichael, 2013), oder
  • Ein nicht umkehrbarer Verlust des Grönlandeises startet langsam ab einem Temperaturanstieg von 1,6°C über präindustrielle Temperaturen, der Verlust von 100% der Korallenriffe erfolgt voraussichtlich spätestens bei 2,0°C über präindustrielle Temperaturen [um 10% der Korallenriffe zu retten, müsste der Temperaturanstieg auf 1,5°C beschränkt werden] (Schellnhuber, 2013), 

um hier nur einige Beispiele zu nennen. An dieser Stelle seien einige Zahlenwerte ergänzt, die sich bei Wüstemann et al. (2014, S. 14 f.) online im einzelnen und mit den zugehörigen Quellen beschrieben finden, bevor nachfolgend weiter auf den genannten Bericht der Weltbank eingegangen wird (vgl. hierzu auch: http://www.naturkapital-teeb.de/aktuelles.html):

  • Artensterben mit 100- bis 1000-fach höherer Geschwindigkeit im Vergleich zur Aussterberate ohne menschlichen Einfluss, bei anhaltendem Trend werden bis Ende des 21. Jahrhunderts ca. ein Drittel aller Arten aussterben, in Deutschland 12% der Arten Risikoarten aufgrund Klimaempfindlichkeit,
  • Wirtschaftliche Folgen des Verlustes an Biodiversität unsicher, aber bis 2050 i. H. v. 7% des Sozialproduktes denkbar,
  • Temperaturanstieg: In den letzten 100 Jahren Anstieg mittlere Jahrestemperatur in Deutschland um ca. 1° C, IPCC geht von weltweitem Temperaturanstieg zum Ende des Jahrhunderts im Vergleich zum Referenzzeitraum 1986-2055 um 0,3-4,8° C aus,
  • Meeresspiegelanstieg: Bis 2100 Anstieg geschätzt um 26 bis 82 cm
  • Kosten einer Abwendung der Schäden des Klimawandels: Anstieg auf im Jahr 2100 jährlich gegebenenfalls 3-20% des Bruttosozialprodukts weltweit

Im Vorwort des oben genannten Berichts der Weltbank wird einmal mehr sehr deutlich, dass dringend gehandelt werden muss. Hierin leitet der Präsident der World Bank Group, Dr. Jim Yong Kim, den Bericht wie folgt ein (The World Bank, 2012a, S. ix):

“It is my hope that this report shocks us into action. Even for those of us already committed to fighting climate change, I hope it causes us to work with much more urgency. […]”

Worum geht es nun in dem oben genannten Bericht der Weltbank und dem zugehörigen Online-Kurs genau? Wie der Titel schon sagt: Es gilt zu verhindern, dass die Temperatur auf der Erde um 4 Grad Celsius steigt und zwar – wenn nichts oder zu wenig geschieht – bis zum Jahre 2100. Es ist damit zu rechnen, dass ein solcher Temperaturanstieg verheerende Auswirkungen hätte (The World Bank, 2012a, S. ix)(Gleick, 2013)(Rahmstorf, 2013)(Schellnhuber, 2013):

  • Wasserspiegelanstieg – mit regionalen Unterschieden in Anstieg und Auswirkung/ Verwundbarkeit von Küsten, Gefahr von Überschwemmungen in höherer Frequenz, Küstenerrosion (Verlust von küstennahen Ökosystemen und küstennaher Biodiversität bspw. auch Mangroven) sowie Beeinträchtigung der Nutzung von küstennahen Trinkwasserreservoirs,
  • Nahrungsmittel – steigende Risiken für die Produktion von Nahrungsmitteln und Folgen für die Qualität der Ernährung,
  • Trockenheit und Feuchte – Verstärkung von Trockenheit und von Feuchte je nach Gebiet,
  • Hitzewellen – nie da gewesene Hitzewellen speziell in den Tropen,
  • Wasserresourcen – verschärfte Wasserknappheit in vielen Regionen mit der Folge politischer Spannungen (Wasserzugang/-verteilung/-verschmutzung/-infrastruktur),
  • Stürme – tropische Stürme in höherer Frequenz,
  • Biodiversität – unumkehrbarer Verlust von Biodiversität inkl. Korallenriffsysteme,
  • Vorhersagemöglichkeiten (vielleicht am bedeutsamsten) – erhöhte Unsicherheit und neue Risiken mit der Folge verminderter Vorhersage- und Planungsmöglichkeiten, Nichtlinearitäten, Wechselwirkungen von Effekten (“Kaskading Impacts”, Domino-Effekte, Feedback-Effekte).

Die Wissenschaft sieht heute unmissverständlicher als je zuvor die Menschheit als Verursacher der globalen Erwärmung. Hierzu Dr. Jim Yong Kim wörtlich (The World Bank, 2012A, S. ix):

“It is clear that we already know a great deal about the threat before us. The science is unequivocal that humans are the cause of global warming, and major changes are already being observed: global mean warming is 0.8°C above pre industrial levels; oceans have warmed by 0.09°C since the 1950s and are acidifying; sea levels rose by about 20 cm since pre-industrial times and are now rising at 3.2 cm per decade; an exceptional number of extreme heat waves occurred in the last decade; major food crop growing areas are increasingly affected by drought.”

[Hervorhebung ergänzt]

Die Einzelheiten können nach Interesse dem oben genannten Bericht entnommen werden. In diesem Zusammenhang findet sich in einer Publikation des WBGU (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen) folgendes (WBGU, 2013, S. 2):

“Insbesondere  setzte  sich  […]  zunehmend  die  Einsicht durch, dass die Menschheit mittlerweile zu einem dominierenden Faktor im gesamten Erdsystem geworden ist. Die neue, prägende Wirkungsmacht des Menschen findet ihren Ausdruck im Begriff „Anthropozän“ als  Bezeichnung  für  das  heutige Erdzeitalter. Im Anthropozän sollte die Menschheit Verantwortung für einen nachhaltigen Umgang mit der natürlichen Umwelt übernehmen. Das gilt auch für die Meere.” 

[Fettdruck ergänzt]

Um den soeben in dem Zitat von Dr. Jim Yong Kim genannten Wert von 0,8°C und die bereits weiter oben genannten Werte (wie Verschwinden aller Korallenriffe bei 2°C) einordnen zu können, wird nachfolgend die Abbildung zur Entwicklung und Projektion des Temperaturanstiegs gezeigt:

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An dieser Abbildung ist zu sehen, dass ein Temperaturanstieg von bis zu 2°C bis zum Jahre 2100 noch zu den positiveren möglichen Entwicklungen gehört. Unter dem folgenden Link kann man eine Simulation der Erwärmung der Erde seit dem Jahre 1950 in 14 Sekunden auf sich wirken lassen: SIMULATION ERWÄRMUNG SEIT 1950. Das folgende Video zeigt in einer weiteren Simulation eine der Auswirkungen und zwar das Schmelzen des Arktischen Eises:

 

Die folgende Abbildung aus dem oben angeführten Bericht zeigt den Anstieg der CO2-Konzentration in Atmosphäre und Ozeanen sowie die hiermit verbundene Versäuerung der Ozeane anhand des sinkenden pH-Wertes (The World Bank, 2012a, S. 11):

C02

Im Jahre 2012 musste wohl davon ausgegangen werden, dass selbst bei Einhaltung der durch die Nationen seinerzeit getätigten Zusagen zur Reduktion von Emissionen (“United Nations Framework Convention on Climate Change emission pledges and commitments”) eine Erwärmung um 3,5 bis 4 Grad Celsius einritt, wobei eine Erwärmung um 4 Grad Celsius mit der Hinauszögerung der Einhaltung dieser Zusagen umso wahrscheinlicher wird (The World Bank, 2012a, S. ix). Nach Fay (2013) gibt es nur ein enges Handlungsfenster (“narrow window for action”) und es muss eine multisektorale Anstrengung (“Power Sector”, “Industry”, “Transport”, “Buildings”, “Waste”, “Forestry”) zur Reduktion der Emission von Klimagasen einsetzen (“global emissions drop roughly 50 to 80%”), um die Erderwärmung im Bereich von 2°C zu halten. Diese Reduktion wird in folgender Abbildung in einem Video mit Fay (2013) im Course https://www.coursera.org/course/warmerworld verdeutlicht, wobei diese Graphik bereits aus dem Jahre 2010 stammt:

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(Quelle: Fay, 2013)

Im unter dem folgenden Link erreichbaren Beitrag

http://www.vox.com/2015/12/12/9981020/paris-climate-deal

findet sich eine ähnliche Abbildung wie die obigen und zwar im Lichte der Ereignisse und Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Paris im Jahre 2015.

AUFGABE VII:
In einer Abbildung weiter oben wurden für 2010 Emissionen von
49 Gt CO2 eq benannt. Halte am Bildschirm mal eine Stiftspitze an die Stelle, wo dieser Wert in der letzten Graphik liegt.  

Wir schließen die Inhalte aus der Berichterstattung der Weltbank an dieser Stelle wiederum mit einem Zitat von Dr. Jim Yong Kim, der wie folgt sein Vorwort abschließt (The World Bank, 2012a, S. x):

“We are well aware of the uncertainty that surrounds these scenarios and we know that different scholars and studies sometimes disagree on the degree of risk. But the fact that such scenarios cannot be discarded is sufficient to justify strengthening current climate change policies. Finding ways to avoid that scenario is vital for the health and welfare of communities around the world. While every region of the world will be affected, the poor and most vulnerable would be hit hardest. A 4°C world can, and must, be avoided. The World Bank Group will continue to be a strong advocate for international and regional agreements and increasing climate financing. We will redouble our efforts to support fast growing national initiatives to mitigate carbon emissions and build adaptive capacity as well as support inclusive green growth and climate smart development. Our work on inclusive green growth has shown that — through more Efficiency and smarter use of energy and natural resources — many opportunities exist to drastically reduce the climate impact of development, without slowing down poverty alleviation and economic growth. This report is a stark reminder that climate change affects everything. The solutions don’t lie only in climate finance or climate projects. The solutions lie in effective risk management and ensuring all our work, all our thinking, is designed with the threat of a 4°C degree world in mind. The World Bank Group will step up to the challenge.”

[Fettdruck ergänzt]

Dies ist ein Aufruf dazu, bei all unserem Wirken und Denken die Entwicklungen rund um die Erderwärmung einzubeziehen. Zum hierin enthaltenen Stichwort “inclusive green growth” hat die Weltbank die Publikation Inclusive Green Growth – The Pathway to Sustainable Development vorgelegt (The World Bank, 2012b), die unter diesem Link einsehbar ist. Die Kernbotschaften aus dieser Publikation sind (The World Bank, 2012b, S. 1):

Green Growth

Von Zeit zu Zeit sind durchaus Stimmen zu hören, die bezweifeln, ob und inwieweit green growth (als neue Form des Wachstums) ein gangbarer Weg ist (vgl. hierzu beispielsweise das Video mit Nico Paech unter Frage 20). Dies kann hier an dieser Stelle jedoch nicht vertieft betrachtet werden. Beispielsweise der folgende Beitrag im Deutschlandfunk mit Bezug auf Gedanken von Reiner Klingholz widmet sich insbesondere der Frage, ob wir am Wachstum festhalten sollten oder nicht

http://www.deutschlandfunk.de/zukunftsvisionen-leben-ohne-wachstum.1310.de.html?dram:article_id=283966#

 

Frage 14: Das sind aber ein Menge Zahlen und Abbildungen, gibt es auch andere Wege, sich den Problemen anzunähern?

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Es liegen vielfältige Informationen zu unserem Weltlebensraum – dem Planeten Erde – im Internet vor. Es lohnt sich stets, hier mal etwas zu stöbern. Dabei ist natürlich wichtig darauf zu achten, wie verlässlich die Informationen sind, die man findet. Zudem kann es sehr sinnvoll sein, sich weder nur denjenigen Stimmen anzuschließen, die die Situation verharmlosen, noch nur denjenigen, die ‘Panik’ machen. Am Ende dieses Abschnitts und durch Links im Text finden sich einige Quellen, in denen es durchaus lohnt, einmal etwas intensiver zu schauen. Auch unter folgendem Link

https://sinnwissen.wordpress.com/weltzahlen/

finden sich Informationen, die einen Beitrag zu einem Bild der Situation auf dem Planeten Erde leisten. Zudem lohnen sich die folgenden vier Videos aus der WDR-Serie Wo das Klima auf der Klippe steht – Eine Reise zu den Wendepunkten mit Bernice Notenboom

… Arktis und Alaska: http://www.planet-schule.de/sf/php/02_sen01.php?sendung=9074
#Permafrost #Eis #CO2 #Methan

… Ozeanien: http://www.planet-schule.de/sf/php/02_sen01.php?sendung=9075
#Ozean #Tiefseewasser #Algen #Korallen #Tuvalu

… Afrika: http://www.planet-schule.de/sf/php/02_sen01.php?sendung=9076
#Sahara #Staubwolken #Monsun #Bäume #Ozeane #Meeresströmung #Fynbos

… Himalaya und Indien: http://www.planet-schule.de/sf/php/02_sen01.php?sendung=9077
#Himalaya #Gletscher #schwarzerRuß #Ganges #Monsun #Trockenheit #Fluten #brauneWolken

Hierin geht es dann nicht mehr “nur” um Zahlen und Abbildungen. Diese vier Videos bieten die Möglichkeit, sich einigen ausgewählten Problemstellungen auf anderem Wege als über Zahlen zu nähern, ebenso wie viele weitere Videos zum Thema

Nachdem wir nun einen ersten Überblick über die “ernste Krankheit des Patienten Erde sowie Symptome und Ursachen” erlangt haben, sollten wir uns den “Patienten” vielleicht einmal ansehen. Mit Klick auf das folgende Bild kommst Du zur Seite, auf der Du den Blick auf den Planeten Erde von der Raumstation ISS siehst und erfährst, wo sich die ISS gerade befindet:

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Frage 15: Das ist aber alles ganz schön kompliziert. Kann man auch in aller Kürze sagen, was zu tun ist, und das mit Klartext?

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Ja, man kann schon auch in aller Kürze sagen, was zu tun ist. Und dies – wie wir sehen werden – auf ganz verschiedene Weise. So fast bspw. Fay (2013) zusammen ACT NOW, ACT TOGETHER, ACT DIFFERENTLY, wobei Fay (2013) insbesondere ergänzend erläutert, dass Handeln mittlerweile dringlich ist und dies vor allem bezüglich Energierevolution (Effizienz, Erneuerbare Energien) sowie neuen Wegen der Waldwirtschaft, der Stadtentwicklung und in der Abfallverwertung sowie reduzierten Kohlstoff- und Methanemissionen. In einem fünfminütigen Video im Kurs https://www.coursera.org/course/warmerworld gibt Fay (2013) noch einige Informationen mehr.

Sicherlich kann es manchmal hilfreich sein, die Situation und Handlungsnotwendigkeiten kurz und auf den Punkt gebracht zu beschreiben. Hierzu dienen beispielsweise auch die folgenden Poster, die sich im Internet finden und die man per Klick auf die Bilder bei Germanwatch in allen Einzelheiten betrachten kann (vgl. Link unter den Bildern):

DIEERDEIMFIEBER
Quelle https://germanwatch.org/de/download/7693.pdf
natur+kosmos, www.natur.de, Leserservice 01805/260153, Fotos: Steffen, K. u. R. Huff (2008), Getty Images (23), Karte: Sonja Heller, Kartenvorlage/Quellen: IPCC, PIK, NASA, flood.firetree.net, Germanwatch, Texte: Horst Hamm, Redaktion: Horst Hamm, Ilona Jerger (verantwortlich), wissenschaftliche Beratung: Boris Schinke/Germanwatch, Grafik: Anne Voigt

HERAUSFORDERUNGGLOBALERKLIMAWANDEL
Quelle https://germanwatch.org/de/download/3086.pdf

Etwas in aller Kürze darzustellen geht natürlich aber immer auch mit dem Risiko einher, dass man die Dinge zu verkürzt darstellt. Zugleich gibt es namhafte Persönlichkeiten, die sich seit vielen Jahren und Jahrzehnten mit den Entwicklungen auf unserem Planeten Erde beschäftigen und die den Versuch wagen, das, was notwendig ist, fokussiert auf den Punkt zu bringen. Als eine sehr gewichtige Stimme kann wohl die des norwegischen Professors JORGEN RANDERS (Professor of Climate Strategy, Norwegian Business School, Oslo) gelten, der bereits an der Studie aus dem Jahre 1972 im Auftrag des CLUB OF ROME (vgl. für Deutschand http://www.clubofrome.de/) mit dem Titel Die Grenzen des Wachstums (engl. Originaltitel: The Limits to Growth) mitwirkte und im Jahr 2012 ein diesen Ansatz weiterführendes Buch zur Entwicklung der Erde bis zum Jahre 2052 verfasst hat. Dieses Buch trägt den Titel

2052 – Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre
Der neue Bericht an den Club of Rome
40 Jahre nach >>Die Grenzen des Wachstums<<

Dieser Bericht ist in mindestens 6 Sprachen erschienen: Englisch, Deutsch, Koreanisch, Japanisch, Italienisch, Chinesisch. Unter www.2052.info findet sich die Internetseite zu diesem Bericht. Es lohnt sich, auf dieser Internetseite auf Entdeckung zu gehen. Hier findet sich – neben vielen weiteren Informationen – insbesondere auch das folgende Video mit Jorgen Randers:

Dieses Video ist nur 4 Minuten und 49 Sekunden lang, enthält aber zugleich grundlegende Kerngedanken und Erfahrungen der Initiative, an der Jorgen Randers um das Jahr 1972 herum mitwirkte:

  • Grundidee der bereits oben angesprochenen Untersuchung Die Grenzen des Wachstums (engl. Originaltitel: The Limits to Growth) aus dem Jahre 1972 war es aufzuzeigen, dass die Erde nur ein begrenztes Wachstum der Menschheit verkraftet (“physical constraints, ressource constraints, polution constraints will limit human expansion”). Die damals bereits absehbaren Probleme hätten aus Sicht von Prof. Randers sehr einfach vorausschauend gelöst werden können, wenn man das Bevölkerungswachstum und physikalisch relevante ökonomische Aktivitäten begrenzt hätte. Als Reaktion auf die damalige Analyse beschreibt Randers, dass an der Problemlösung nicht wirklich gearbeitet und vielmehr sogar zurückgewiesen wurde, dass es überhaupt ein Problem gibt (“the world isn’t finite, you know, technology will remove all constraints and so, consequently, this is a non-issue”). Und eine zweite Reaktion war, dass man nicht glauben konnte, dass die Menschheit so unklug sein könnte, sich selber so weit wachsen zu lassen, das man in eine nicht nachhaltige Situation gerät (“that humanity will not be so stupid, as to let itself expand beyond what is sustainable […] there was this diffuse believe in future good governance”). Am Ende dieses Films erscheint der Text: “Think small. Don’t just change a light bulb. change your life. change the System”.

Wie wir an den Überlegungen zum footprint oben bereits gesehen haben, sind die Grenzen nun überschritten worden. Offensichtlich hat Aufklärung und Vernunft zumindest unter den Rahmenbedingungen der vergangenen Jahrzehnte nicht dazu geführt, dass seitens Politik/Institutionen/Wirtschaft/Zivilgesellschaft frühzeitig ein deutlicher und grundlegender Kurswechsel erfolgt wäre. Einiges an in diesem Zusammenhang bedeutsamen Ereignissen aus den letzten Jahrzehnten kann einem unter arte FUTURE einsehbaren Video entnommen werden und zwar unter:

http://future.arte.tv/de/die-grenzen-des-wachstums.

Auch www.sinnwissen.de soll einen Beitrag dazu leisten, dass es nicht noch einmal geschieht, dass die Menschheit zu wenig unternimmt. Vor diesem Hintergrund insgesamt hätte Prof. Randers heute wohl allen Grund, an einer sich durch Tatkraft auszeichnenden Problemlösungskompetenz der Menschheit bezogen auf Klimawandel nachdrücklich zu zweifeln. Allerdings hat Jorgen Randers im Jahre 2012 eine neue Studie vorgelegt. Schauen wir einmal an, was er hierzu in folgendem Video zu sagen hat, in dem er 2 Minuten und 16 Sekunden von den Trends berichtet, die er für das Jahr 2052 sieht:

In diesem kurzen Video stellt Jorgen Randers folgendes heraus:

  • Wir haben auf dieser Welt gegenwärtig mit einigen Herausforderungen wie Armut, Umweltschäden und – nach Randers Ansicht am wichtigsten – der Klimaveränderung umzugehen. Die Welt wird im Jahre 2052 nach Randers so ‘traurig’ wie heute sein (“The world in 2052 is going to be as sad as it is today.”), obwohl sich die Kosten, um die Welt deutlich nachhaltiger zu gestalten, mit seiner Ansicht nach einigen Prozent vom Bruttosozialprodukt in Grenzen halten. Er geht davon aus, dass – obwohl wir wissen, wie die Probleme zu lösen sind, und das auf eine finanzierbare Art und Weise, – die Entscheidungen nicht getroffen werden und wir einfach wie gewohnt weiter machen (“following business as usual”), was ihn jeden morgen erneut verärgert und weshalb er weiter bei diesem Thema bleiben wird.

Zum Thema der Finanzierbarkeit: Die Größenordnung der Investitionen, die das UMWELTBUNDESAMT für das Energiewende-Szenario (EWS) in Deutschland ansetzt, bewegen sich mit 25 bis 40 Milliarden Euro in der durch Jorgen Randers anvisierten Größenordnung, wobei Einzelheiten aus Lehr et al. (2014) entnommen werden können. Hier soll die Abbildung aus Lehr et al. (2014, S. 20) dazu dienen, die Schwerpunkte der für diese Studie zu Grunde gelegten Investitionen im Energiewende-Szenario (EWS) verglichen mit einem aktuelle Politik-Szenario (APS, umfasst alle Maßnahmen, die bis zum 8. Juli 2011 ergriffen worden sind) aufzuzeigen: 

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Noch ausführlicher kann man sich über das Modell von JORGEN RANDERS mit dem folgenden Video informieren:

Jorgen Randers gibt in diesem Video – neben anderen Informationen aus seiner Analyse – folgende vier Empfehlungen:

  • Weniger Kinder bekommen (vor allem im reichen Teil der Erde, da hier der ecological footprint groß ist, zu ecological footprint siehe Informationen weiter oben),
  • Verkleinerung des ecological footprint und dafür deutliche Reduktion (bzw. “Stop”) der Nutzung fossiler Energieträger wie Öl, Gas und Kohle,
  • Etablierung moderner kohlenstoffarmer Energiesysteme in den armen Ländern bezahlt durch die reichen Länder und
  • Verbesserung der Fähigkeit der Gesellschaft schnell zu handeln, dabei Überwindung eines für Demokratie und Kapitalismus nicht untypischen kurzfristigen Denkens,

wobei Randers im Video noch einige hiermit verbundene Gedanken ausspricht bzw. Werte benennt mit Bezug bspw. zu Bildung und Entscheidungsstrukturen. Unter http://www.2052.info/a-short-summary-of-the-book/ finden sich insbesondere auch einige Punkte schriftlich zusammengefasst. Vor dem Hintergrund der Notwendigkeit kohlenstoffarme Energiesysteme in armen Ländern zu etablieren, mag sich am Ende und auf lange Sicht betrachtet ein Projekt wie Desertec als ein wesentlicher Erfolg und als Symbol für den Beginn einer neuen Ära herauskristallisieren können. Unter folgendem Link findet sich ein Beitrag des Schweizer Fernsehens zu Desertec: http://www.srf.ch/player/tv/einstein/video/projekt-wuestenstrom-desertec-ist-tot-die-idee-lebt-weiter.

Noch empfehlenswerter ist die 5000-Wörter-Zusammenfassung unter dem folgenden Link http://www.2052.info/a-5000-word-summary/, die insbesondere auch die vier gerade genannten Empfehlungen beschreibt, sowie eine zusätzliche fünfte enthält:

  • Etablierung neuer Ziele für den reichen Teil der Welt: Weg vom Wachstum des Einkommens hin zum Wachstum des Wohlbefindens/Wohlergehens (bspw. durch mehr Urlaubstage, weniger Geld und dafür mehr Freizeit)

Im ersten Teil wurde die Frage des glücklicher Werdens unabhängig von Materiellem auch thematisiert (https://sinnwissen.wordpress.com/weltkunde/01_einstieg/). Randers stellt in seiner 5000-Wörter-Zusammenfassung zudem heraus, dass es durchaus pessimistischere Analysen als die durch ihn erstellte gibt, die von unstabileren Verhältnissen ausgehen als er, da er die reiche Welt so einschätzt, dass diese einige Einbußen in Kauf nehmen wird, wenn dies etwas bringt. Jorgen Randers (2012, S. 328 ff.) gibt zudem die folgenden hier kurz zusammengefassten 20 persönlichen Ratschläge (“Twenty Pieces of Personal Advice”):

  1. Fokussiere Dich auf Zufriedenheit eher als auf Einkommen,
  2. Schaffe Dir kein Begehren nach Dingen, die es in der Zukunft nicht mehr geben wird,
  3. Investiere in großartige elektronische Unterhaltung and lerne, dies wertzuschätzen,
  4. Bringe Deinen Kindern nicht bei, die Natur zu lieben,
  5. Wenn Du große Biodiversität magst, dann schau Dir diese jetzt an,
  6. Besuche Attraktionen auf der Welt, bevor die Massen sie ruinieren,
  7. Lebe an einem Ort, der nicht übermäßig der Klimaänderung ausgesetzt ist,
  8. Siedle Dich in einem Land an, das in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen,
  9. Bring in Erfahrung, welche Entwicklungen an diesem Ort Deine Lebensqualität beeinflussen werden,
  10. Wenn Du nicht in Dienstleistungen und Gesundheit/Pflege arbeiten kannst, dann arbeite für Energieeffizienz oder erneuerbare Energien,
  11. Fördere Deine Kinder, Mandarin zu lernen,
  12. Hör auf zu denken, dass jedes Wachstum gut ist,
  13. Denke daran, dass der Teil Deines Vermögens, der auf fossilen Rohstoffen gründet, – irgendwann und plötzlich – seinen Wert verlieren wird,
  14. Investiere in Dinge, die nicht sensibel auf soziale Unruhe reagieren,
  15. Leiste einen derart großen Beitrag, dass Du später kein schlechtes Gewissen hast,
  16. Im Geschäftsleben: Identifiziere die Geschäftspotenziale in den gegenwärtigen “Unsustainabilities”
  17. Im Geschäftsleben: Bringe nicht Wachstum im Volumen mit Wachstum der Profite durcheinander,
  18. In der Politik: Wenn Du wiedergewählt werden möchtest, unterstütze Initiativen, die bereits kurzfristig Erfolge bringen,
  19. In der Politik: Bedenke, dass die Zukunft durch physikalische Grenzen dominiert werden wird,
  20. In der Politik: Bedenke, dass freier Zugang zu limitierten Ressourcen bedeutsamer werden wird als freie Rede.

Diese Punkte mögen dem einen oder anderen stellenweise recht pessimistisch bzw. mit einer deutlichen Botschaft verbunden vorkommen. Dies kann aber auch gerade ein Grund mehr sein, sich mit solchen Punkten auseinanderzusetzen. Für Punkt 7 kann es hilfreich sein, zu schauen, welche Regionen durch steigenden Seewasserspiegel ab welcher Höhe betroffen sein könnten, was unter flood.firetree.net simuliert werden kann. Mit dem Punkt 18 betont Jorgen Randers an dieser Stelle auch kurzfristige Erfolge, was auch in den Kernbotschaften der Weltbank zu Inclusive Green Growth (vgl. grauer Kasten oben zum Ende von Frage 13) mit “to generate immediate, local benefits” (The World Bank, 2012b, S. 1) Betonung findet.

AUFGABE VIII:
Nimm Dir nun gegebenenfalls einmal die Notizen aus Aufgabe I unter https://sinnwissen.wordpress.com/weltkunde/01_einstieg/ hervor und überlege, ob Du hier etwas ergänzen oder verändern möchtest. Vielleicht helfen Dir hierbei zusätzlich auch Deine Notizen, die Du zu Aufgabe V oben gemacht hast. Hebe Dir auch diese Notizen gut auf, um damit später weiterarbeiten zu können.

Vielleicht möchtest Du Dich an dieser Stelle auch von den Ideen und Ausführungen einiger Vordenker im Netzwerk von Jorgen Randers direkt anregen lassen:

Disrupting the Future – Great Ideas for Creating a Much Better World
oder unter
http://www.2052.info/category/future-glimpses/

Auch wenn diese Ausführungen ggf. als recht weit weg von Deinem Leben erscheinen mögen, so können sie doch den Geist für eigene Ideen öffnen. Probiere es vielleicht einfach aus. Sofern Du Dich im Online-Kurs https://www.coursera.org/course/warmerworld angemeldet hast, kannst Du hier insbesondere auch in den Videos von Fay (2013) und Matambo (2013) zusätzliche Anregungen finden. Vielleicht sind ja auch aus folgendem Interview mit Prof. Nico Paech einige Anregungen für Dich dabei:

 

Randers (2012, S. 351) beendet seinen Bericht wie folgt:

“Learn to live with impending disaster without loosing hope. […] Thus my final word of encouragement: Don’t let the possibility of impending disaster crush your spirits. Don’t let the prospect of a suboptimal long-term future kill your hope. Hope for the unlikely! Work for the unlikely! Remember, too, that even if we do not succeed in our fight for a better world, there will still be a future world. And there will still be a world with a future – just less beautiful and less harmonious than it could have been.”

[Fettdruck ergänzt]

Kommen wir noch einmal zur Frage 15 oben zurück: Es gibt also Ansätze, die versuchen, in aller Kürze zu sagen, was zu tun ist. Zugleich darf nicht unterschätzt werden, dass auch umfassende Handlungsempfehlungen für die Politik bestehen, wie bspw. an Informationen seitens des Weltklimarats oben oder auch an Informationen, die unter www.wbgu.de durch den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen bereitgestellt werden, zu sehen ist.

 

Frage 16: Jetzt wurde bereits mehr als einmal der Begriff ‘Biodiversität’ erwähnt. Was ist das eigentlich?

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Auf dem Weg zu einer Antwort hierzu kannst Du Dir das folgende Video ansehen:


(Quelle: WissensWerte, 2013)

Dieses Video verdeutlicht, dass die biologische Vielfalt auf der Erde ein “Schatz” ist, der auf vielfältige Weise bedroht ist. Nach Naturkapital Deutschlang – TEEB.de (2014, S. 14) wird bei

“anhaltendem Trend […] befürchtet, dass bis zum Ende des 21. Jahrhunderts rund ein Drittel aller Arten der Erde aussterben werden. Für Deutschland gelten 12% der Arten aufgrund ihrer Klimaempfindlichkeit als Hochrisikoarten. […] Was dieser Verlust für unser Wohlbefinden und unsere wirtschaftliche Entwicklung bedeutet, wissen wir heute noch nicht genau. Es wird aber befürchtet, dass von dieser in der Menschheitsgeschichte einmaligen Entwicklung erhebliche negative Rückwirkungen auf den Menschen und seine Lebensbedingungen ausgehen dürften”.

Unter Naturkapital Deutschlang – TEEB.de (2014, S. 14 ff.) findest Du zudem Zusammenhänge zwischen dem Klimawandel und dem Verlust biologischer Vielfalt sowie das Plädoyer für eine ökosystembasierte Klimapolitik, wodurch Synergien zwischen Naturschutz und Klimaschutz genutzt und Konflikte vermieden werden sollen. In folgendem Video berichtet Prof. Dr. Bernd Hansjürgens im Zusammenhang mit TEEB und einer Betrachtung von Ökosystemleistungen im Rahmen eines anthropozentrischen Weltbildes:

 

An dieser Stelle kannst Du Dir vielleicht einmal die drei Bereiche biologischer Vielfalt (auch: Biodiversität) aus dem vorletzten Video von WissensWerte merken, die im Film genannt wurden:

  • Artenvielfalt (Beispiel: Korallenriff),
  • Genetische Vielfalt innerhalb einzelner Arten (Beispiel: verschiedene Tomaten),
  • Vielfalt der Ökosysteme (Meere, Wiesen, Wälder, Seen, Wüsten).

Vorteile biologischer Vielfalt sind dabei wohl Robustheit, wirtschaftlicher Wert (Nahrungsrundlage, Tourismus, Medizin) sowie Naturerleben und Erholung zu ermöglichen und Heimatgefühl zu stärken.

AUFGABE IX:
Notiere Dir, wodurch die Biologische Vielfalt nach dem letzten Video ab 3:08 in Gefahr ist, und hebe Dir diese Notizen für später auf.

Je nach Interesse kannst Du Dir auch auf dem Youtube-Kanal “WissensWerte Erklärfilme” weitere Videos ansehen. Ganz generell bietet es sich an, dass Du einfach mal auf Entdeckung nach Informationen gehst, die Dich interessieren. Bspw. findest Du unter Naturkapital Deutschland – TEEB.de (2014, S. 14 ff.) Zusammenhänge zwischen dem Klimawandel und dem Verlust biologischer Vielfalt sowie das Plädoyer für eine ökosystembasierte Klimapolitik, die Synergien zwischen Naturschutz und Klimaschutz nutzt und Konflikte vermeidet.

Für den Erhalt der Biodiversität sind insbesondere auch Tierpopulationen essentiell. Ein weltweiter Index, mit dem Tierpopulationen gemessen werden, ist der Living Planet Index, der wesentlich auf 10 000 Tierpopulation von über 3 000 Tierspecies basiert und der für die 40 Jahre von 1970 bis 2010 eine Reduktion von 52% zeigt:

 

In diesem Film zeigt sich auch, dass es Ökosysteme gibt, in denen auf 100 Tiere im Jahre 1970 weniger als 25 Tiere im Jahre 2010 kommen. Also, es sollte deutlich geworden sein, dass wir als Menschheit schon seit einiger Zeit und aus mehreren Perspektiven dabei sind, die Erde unwiederbringlich zu verändern.

 

Frage 17: Mehrere Milliarden Menschen – kann  man sich diese Zahl eigentlich irgendwie vorstellen?

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Tja, das ist eine gute Frage. Man kann es jedenfalls versuchen. Im Jahr 2011 hat die Zahl der Menschen auf der Erde den Wert 7.000.000.000 – in Worten: sieben Milliarden – überschritten. Jedes Jahr wächst die Anzahl an Menschen auf der Erde um einen Wert, der größer als die deutsche Bevölkerung ist (Stiftung Weltbevölkerung, 2013). Anhand des folgenden Videos kannst Du versuchen, Dir eine Vorstellung von der sehr großen Zahl 7.000.000.000 zu machen:


(Quelle: Stiftung Weltbevölkerung)

Von den ungefähr 7 Milliarden Menschen leben ungefähr und ganz grob sechs Milliarden Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern und eine Milliarde Menschen in Industrieländern (Hahlbrock, 2013). Wir sind also viele, die die Erde insgesamt zu sehr in Anspruch nehmen, und, wir werden immer mehr. Auch sollten wir davon ausgehen, dass viele Menschen auf der Welt gern so leben würden, wie beispielsweise wir Europäer. Klar ist: Je mehr Menschen wir auf der Erde werden und je mehr ein einzelner Mensch die natürlichen Ressourcen in Anspruch nimmt (ökologischer Fußabdruck), desto schwieriger wird die Lage werden. Hiermit müssen wir uns auseinandersetzen! Zudem gibt es große Unterschiede bezüglich des Wohlstands der Menschen, wie Hans Rosling bezüglich Wohlstandsunterschieden in folgendem Video erläutert:

 

In folgendem Video zeigt Hans Rosling die Entwicklung von Kindersterblichkeit und Geburten pro Frau für die Länder dieser Erde in den letzten 50 Jahren:

 

Und im folgenden Video zeigt Hand Rosling die Entwicklung der Weltbevölkerung seit 1950 sowie die Projektion der Bevölkerungszahl, wie diese sich laut United Nations im Jahre 2014 bis zum Jahr 2100 darstellen wird:

 

Mit etwas mehr Zeit kann man sich auch dieses etwas längere Video ansehen:

DON’T PANIC — Hans Rosling showing the facts about population from Gapminder on Vimeo.

 

Für das Jahr 2100 liegt die Bevölkerungszahl demnach mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% zwischen 9 Milliarden und 13 Milliarden Menschen; also vielleicht auch in der Mitte dieser Werte bei 11 Milliarden Menschen. Jorgen Randers Überlegungen aus dem Jahre 2012 bis etwa zum Jahr 2050 zufolge wird die Weltbevölkerung bei etwas über 8 Milliarden Menschen etwa im Jahre 2040 einen Höchstwert erreichen und dann sinken, da er davon ausgeht, dass die Geburtenrate bei steigendem Anteil der Bevölkerung, die in Städten lebt, sinken wird.

 

Frage 18: Wie soll ich allein denn bei diesen großen Problemen etwas ausrichten können?

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Ja, die Probleme sind tatsächlich nicht klein. Wenn man dies schon einmal erkannt hat und wesentliche Facetten der bestehenden Probleme kennt, ist man schon einen ersten guten Schritt voran gekommen. Es ist zudem wichtig zu erkennen, dass nur große Anstrengungen von vielen Menschen gemeinsam es ermöglichen werden, die Probleme wirksam langfristig zu lösen. Wenn Du bei den in Teil 1: Individueller Einstieg https://sinnwissen.wordpress.com/weltkunde/01_einstieg/ und hier in Teil 2 gegebenen Hinweisen Schwierigkeiten hast, Deinen Weg zu finden und Dich zu entscheiden, was Du konkret tun wirst, dann ist dies nicht verwunderlich, denn die Probleme sind recht komplex, sodass kein Mensch allein Sie im Detail durchdringen und in allen Facetten wird verstehen können. Eine Möglichkeit hiermit umzugehen ist, sich gemeinsam mit anderen Menschen auf den Weg zu machen. Daher finden sich hier in der Weltkunde an den verschiedensten Stellen Aktivitäten und Internetseiten verlinkt, die man auch als Anregung dafür nutzen kann, um zu schauen, welchen Initiativen (vielleicht auch ganz in der Nähe) man sich anschließen möchte, um sich für Nachhaltigkeit (inkl. Sozialem und Natur) zu engagieren. Zudem ist – so wie bei einer Wahl jede Stimme zählt – auch jede einzelne Kauf-/Konsumentscheidung eine relevante Entscheidung für oder gegen Nachhaltigkeit; und zwar nicht nur bei größeren Kaufentscheidungen wie für ein Kraftfahrzeug, sondern auch bei vielen kleinen Entscheidungen bspw. im Zuge des Erwerbs von Nahrungsmitteln. Es lohnt sich, sich diese Tatsache fortwährend bewusst zu machen und sich dementsprechend laufend darüber zu informieren, was Sinn macht. Wie bereits auch unter dem folgenden Link von DIE WELT mit Hinweis auf eine Studie der Unternehmensberatung Accenture und der Mediengruppe Havas nachzulesen ist

http://www.welt.de/wirtschaft/article131589087/Den-Deutschen-fehlt-das-gruene-Gewissen.html

achtet in Deutschland bislang wohl nur ein kleiner Teil der Verbraucher bei Kaufentscheidungen auf den Faktor Nachhaltigkeit. Auf der anderen Seite gibt es aber auch schon Angebote, die deutlich proklammieren, es anders zu machen. Hierzu gehört mit Blick auf bessere Arbeitsbedingungen bspw. das Fairphone. Ein Exemplar findet sich hier im Bild:

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Über das Fairphone lässt einer der Mitbegründer, Miquel Ballester, gemäß Wirtschaftswoche 36/2014 durchblicken, dass es nur ein Werkzeug sei, um zu beweisen, dass faireres Wirtschaften möglich ist und zudem:

“Wir hoffen, dass die Konsumenten genau diese Fairness künftig auch von traditionellen Produzenten fordern.” 

Zugleich gibt es auch Unternehmer wie Christian Rinn, der – wie ebenfalls in der Wirtschaftswoche 36/2014 berichtet wird – das erste Betonwerk der Welt führen soll, dessen CO2-Bilanz ausgeglichen ist und das, obwohl sich dies am Markt noch nicht auszahlt.

“Nur an die Rendite zu denken ist mir zu wenig. Ich will auch das Gemeinwohl fördern.”,

so wird Rinn in diesem Beitrag zitiert. “Agent des Wandels” ist die Bezeichnung, mit der Rinn in diesem Beitrag zitiert wird, dafür, dass nicht allein die Nachfrage in Richtung für mehr Nachhaltigkeit steuert, sondern auch seitens Verantwortlichen für das Angebot Veränderung aus Überzeugung möglich ist. Vielleicht lohnt es sich zudem auch, sich einmal das folgende Video mit Thomas Campbell anzusehen dazu, dass man sich selbst verändern muss, wenn man die Welt verändern will:

 

Ja, wir haben eine große Aufgabe vor uns! und Ja, wir müssen mit Veränderungen beginnen; und das jeder auch und vor allem bei sich selbst! Auch aus diesem Grund reicht die Weltkunde bis zu den Ausführungen in Teil 4, mit denen Fähigkeiten von Menschen für ein nachhaltigeres Leben angesprochen werden.

 

Frage 19: Gibt es denn noch weitere Gründe dafür, dass ich mich ändere?

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Ja, die gibt es. Denn, es darf bezweifelt werden, dass eine Welt – auch wie wir sie hier im Westen mit ihren Anforderungen und täglichen Handlungsroutinen erleben – stets gesund für uns Menschen ist. So geschieht es, dass Themen die Runde machen wie Work-Life-Balance oder dass aus der Forschung heraus ein “spirituelles Wertesystem mit Weisheits- und Schattenkompetenzen” (Hinterberger, 2014) vorgeschlagen wird. Sich selber verändern birgt zwei Chancen zugleich:

  1. Eine Chance für uns selber: Persönlich besser mit der Welt um sich herum zurecht zu kommen und
  2. Eine Chance für die Welt: Besser mit der Welt um sich herum umgehen.

Daher: Wenn alle sich bewegen, haben auch alle etwas davon.

 

Frage 20: Das hört sich jetzt aber alles etwas einsam an. Kann man da nicht gemeinsam Veränderung auf die Beine stellen?

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Auch wenn die folgenden Abschnitte

noch Hinweise in diese Richtung enthalten, sollen hier einmal einige Beispiele genannt werden, die verdeutlichen, wie Menschen gemeinsam und zumeist auf lokaler oder regionaler Ebene etwas zusammen auf die Beine stellen.

In folgendem Video finden sich einige Hinweise zu Verknüpfungen zwischen einer Reduktion von Ressourcenverbrauch und sozialen Beziehungen:

 

Folgendes findet sich ungefähr ab der Minute 13:00 im Video:

“[…] und habe ein glücklicheres Leben, weil ich mehr mit anderen Leuten zu tun habe, die ich dann nämlich brauche. D. h. die sozialen Beziehungen, die ich dann habe, um gemeinschaftlich Probleme zu lösen, die ersetzen Geld, Industrie und Rohöl. Und die eigene Zeit, die ich dafür brauche, wird ja dadurch freigestellt, […]”

Sicherlich kann man – wie zu allen anderen Meinungen – auch Einwände gegen diese Gedanken von Niko Paech diskutieren. Aber, in der heutigen Zeit gibt es – wie wir gesehen haben und auch noch sehen werden – sicherlich Grund genug zu überlegen, wie wir auf eine eher immaterielle Weise ohne einen übermäßigen Ressourcenverbrauch, der die Erde überfordert, wachsen können. Ein ganz einfaches Beispiel, das Niko Paech nennt, ist: Mehr Dinge reparieren, als diese immer gleich zu ersetzen. Hierzu kann man auch in Gemeinschaft zusammenwirken. Auch die vorliegende Plattform soll in Zukunft den Austausch in einem Forum oder auch in mehreren Foren ermöglichen, so dass “das Gemeinsame” und der Austausch Betonung und Ausdruck finden. Dies ist auf dieser Plattform allerdings heute noch nicht möglich. Wenn Ihr das letzte Video aufmerksam anseht, werdet Ihr vielleicht noch überlegenswerte weitere Gedanken finden, mit denen Ihr für Euch persönlich weiterarbeiten könnt. Prof. Dr. Niko Paech wurde 2014 von ZEIT WISSEN und der Initiative >>Mut zur Nachhaltigkeit<< mit einem Preis in der Kategorie Wissen ausgezeichnet (hier die Preisträger nach Jahren: bit.ly/1kd5qUe) und macht sich Gedanken über ein wirtschaftliches Wachstum, das an seine Grenzen stößt.

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Vertiefungsmöglichkeiten

>> Unter http://www.2052.info/debate/ finden sich einige Videos zum Buch 2052, in denen Jorgen Randers Teilaspekte diskutiert.

>> In der folgenden playlist in YouTube finden sich noch drei interessante Videos von Hans Rosling, die zu den Fragen oben noch nicht benannt worden sind:

>> Dies ist sicherlich auch ein wirklich sehenswertes Video mit Hans Rosling: http://www.cornell.edu/video/hans-rosling-upgrade-to-fact-based-world-view. Sollte Hans Rosling mit der hierin enthaltenen Vorhersage zur Steigerung der Bevölkerungszahl bis 2100 vor allem in Afrika Recht behalten, so kann dies in Zukunft auch den Blick auf Investitionen in Afrika wie bspw. für das bereits oben angesprochene Projekt desertec in ein anderes Licht rücken.

>> Wer sich mit der historischen Entwicklung beschäftigen möchte, dem seien die folgenden Quellen an die Hand gegeben: www.bne-portal.de und speziell der sogenannte Brundtlandbericht (“Our Common Future”) aus dem Jahre 1987 sowie zum zweiten das erstmalige Bekenntnis der internationalen Staatengemeinschaft zum Leitbild der Nachhaltigkeit auf der Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung im Jahre 1992 in Rio de Janeiro in Form der “Agenda 21”.

>> Im Projekt Ökonomie neu denken – Die Wirtschaftswissenschaften zwischen Wirtschaft und Wissenschaft des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft ist das folgende Video mit Moritz Schularick zu finden:(http://www.stifterverband.com/oend/index.html):


… und zudem viele weitere spannende Videos in der folgenden Playlist Ökonomie neu denken in YouTube: https://www.youtube.com/playlist?list=PL27B5D323084507FF

>> Wissenschaftlich Interessierte finden im Vortrag von Dr. Jakob Kapeller (Universität Linz) vom 23. Oktober 2014 als erste Vorlesung in der Ringvorlesung Plurale Ökonomik an der Universität Hamburg spannende Einsichten in (die) Grundausrichtung(en) ökonomischen Denkens in der Wissenschaft

>> Ringvorlesung Geld- und Finanzsystem #1: Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck

>> Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) veröffentlicht unter www.wbgu.de verschiedene Berichte, wobei unter http://www.wbgu.de/hauptgutachten/hg-2011-transformation/ das Hauptgutachten aus dem Jahre 2011 und eine 4-seitige Kurzdarstellungen (Factsheets) zu Gesellschaftsvertrag für die Transformation, Energiesysteme, Globale Megatrends, Transformation zur Nachhaltigkeit und Forschung und Bildung zugänglich sind.

>> Nunmehr zum dritten mal geben CSIRO und das Australian Bureau of Meteorology ein Update zum Status des Klimas für Australier (http://www.csiro.au/Outcomes/Climate/Understanding/State-of-the-Climate-2014.aspx)

>> Das Jahr 2014 ist von den Vereinten Nationen zum International Year of Small Island Developing States erklärt worden: www.youtube.com/watch?v=ZNC5um1_VUE

>> Auch die Videos unter mehristweniger.wordpress.com/einstieg/ können gegebenenfalls Anregungen bieten.

>> Das Eden-Projekt (www.edenproject.com) ist ein einzigartiger Ort, an dem unter großen Kuppeln in Südengland verschiedene Klimazonen realisiert wurden. Hiermit im Zusammenhang wird auf dem Gelände auf vielerlei Weise für einen nachhaltigen Lebensstil geworben. Aus dem Projekt heraus wird mittels http://www.edenproject.com/learn-with-us/learning-and-teaching-resources/lesson-plans auch Lehre und Lernen unterstützt.

>> MEERES-GOVERNANCE, Welt im Wandel – Menschheitserbe Meer – Zusammenfassung, http://www.wbgu.de/fileadmin/templates/dateien/veroeffentlichungen/hauptgutachten/hg2013/wbgu_hg2013_kurz_dt.pdf

>> Wer sich intensiver mit der Bewertung des Physikprofessors Gerd Ganteför (im nachfolgenden Video spricht er bspw. von handhabbaren Problemen, denen man sich mit Vernunft und ohne Angst widmen muss) im Diskurs mit Frank Schätzing (Autor von “Der Schwarm” und “Limit”, http://www.frank-schaetzing.com/) auseinandersetzen möchte, kann sich folgendes Video ansehen, aus dem – bei allem Ernst der Lage – der Satz stammt: “Die Norweger haben jetzt schon das Rohöl, jetzt warten sie noch auf den Chardonnay.”:

Wichtig zu wissen ist: Gerd Ganteför beschreibt in diesem Video auch, dass er über die Lehre und nicht über die Forschung an die Klimathematik gekommen ist (im Video ab 9:17 “[…] Ich bin kein Klimaforscher. […]”) und dass er ‘nur’ die Bereiche KLIMA, ENERGIE und BEVÖLKERUNG in seine Überlegungen einbezieht, während Randers in seinen Buch ‘2052’ mit den Bereichen KAPITALISMUS, ÖKONOMISCHES WACHSTUM, DEMOKRATIE, INTERGENERATIVE GERECHTIGKEIT und KLIMA breiter und zudem prognostisch (mit Blick in die Zukunft) ansetzt.

>>  Auch die folgenden beiden Videos mit dem Psychologen Gerald Hüter sind sehenswert

http://www.denkwerkzukunft.de/konferenz/2011/huether/

>> Hier noch ein Video des YouTube-Kanals des United Nations Development Programme (UNDP)

>> Weitere Seiten zu footprint/CO2: http://www.gjgt.de/fussabdruck/, http://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/energie-spartipps/co2-rechner/?ppc=1&gclid=COjX4on3zsACFUrpwgodO5QAPw

>> Folien der 5. Carl-von-Carlowitz-Vorlesung am 17. September 2014 in Wiesbaden: http://www.nachhaltigkeitsrat.de/uploads/media/20140917_5-CvC-JvB-Welternaehrung.pdf

>> Auf dem youtube-Kanal WissenWerte Erklärfilme unter https://www.youtube.com/user/epolitikwissenswerte

>> Playlist Harald Lesch: Erde und Mensch in YouTube:

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Quellen

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Ben Shahar, T. (2010) Glücklicher – Lebensfreude, Vergnügen und Sinn finden mit dem populärsten Dozenten der Harvard University, Taschenbuchausgabe, Aus dem amerikanischen Englisch von B. Hickisch. München: Wilhelm Goldmann Verlag.

Bierbaum, P. (2013) Risks to Ecosystems an Biodiversity, Video Talk No. 9, Online-Kurs “Turn Down the Heat: Why a 4°C Warmer World Must be Avoided”,  https://www.coursera.org/course/warmerworld

Borucke M. et al. (2013) NATIONAL FOOTPRINT ACCOUNTS, 2012 EDITION – A GLOBAL FOOTPRINT NETWORK REPORT, Working Paper/created 20 February, 2012/Updated 24 July May, 2013,  abgerufen am 9.2.2014 unter LINK ZUR QUELLE

Busch, T. & Hoffmann, V. H. (2007) Emerging carbon constraints for risk management, Ecological Economics 62, S. 518-528

Edenhofer, O. et al. (2014) Summary for Policymakers – Final Draft, http://report.mitigation2014.org/spm/ipcc_wg3_ar5_summary-for-policymakers_approved.pdf

Fay, M. (2013) Act Now, Act Together, Act Differently in Response to Climate Change, Video Talk No. 14, Online-Kurs “Turn Down the Heat: Why a 4°C Warmer World Must be Avoided”,  https://www.coursera.org/course/warmerworld

Ganteför, G. (2012) Klima – Der Weltuntergang findet nicht statt, 1. Auflage, Weinheim: WILEY-VCH.

Gleick, P. (2013) Risks to Global Water Resources, Video Talk No. 8, Online-Kurs “Turn Down the Heat: Why a 4°C Warmer World Must be Avoided”, https://www.coursera.org/course/warmerworld

Hahlbrock, K. (2013) Menschliche Ernährung und Weltbevölkerung, https://www.youtube.com/watch?v=Yltbsx9Sv6w

Hare, B. (2013) Projected Extreme Tempratures, Video Talk No. 5, Online-Kurs “Turn Down the Heat: Why a 4°C Warmer World Must be Avoided”, https://www.coursera.org/course/warmerworld

Hinterberger, T. (2014) Die Bedeutung spiritueller Werte für eine lebenswerte Gesellschaft, Protokoll, Protokollant: J. Pflüger,
http://www.ibg.kit.edu/nmr/downloads/Protokoll_Thilo_Hinterberger.pdf

Jahan, S. et al. (2015) Human Development Report 2015 – Work for Human Development, United Nations Development Programme, http://hdr.undp.org/sites/default/files/2015_human_development_report_1.pdf (zuletzt besucht am 14.02.2016)

Lehr, U. & Lutz C. & Ulrich, P. (2014) Gesamtwirtschaftliche Wirkungen von Klimaschutzmaßnahmen und -Instrumenten – Ökonomische Analyse der Politikszenarien für den Klimaschutz VI, Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt,
http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/climate_change_21_2013_gesamtwirtschaftliche_wirkungen_von_klimaschutzmassnahmen_und_-instrumenten_0.pdf

Malik, K. et al. (2013) Summary Human Development Report 2013 – The Rise of the South: Human Progress in a Diverse World. Published for the United Nations Development Programme (UNDP). http://hdr.undp.org/sites/default/files/hdr2013_en_summary.pdf

Matambo, S. T. (2013) Perspectives: Countries Acting to Address Climate Change Challenges, Video Talk No. 15, Online-Kurs “Turn Down the Heat: Why a 4°C Warmer World Must be Avoided”,  https://www.coursera.org/course/warmerworld

McMichael, A. (2013) Risks to Human Health, Video Talk No. 11, Online-Kurs “Turn Down the Heat: Why a 4°C Warmer World Must be Avoided”, https://www.coursera.org/course/warmerworld

Naturkapital Deutschland – TEEB.de (2014) Naturkapital und Klimapolitik – Synergien und Konflikte für Entscheidungsträger. Technische Universität Berlin, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Leipzig. http://www.naturkapital-teeb.de/fileadmin/Downloads/Projekteigene_Publikationen/TEEB_DE_Broschuere_Klimabericht_Kurzfassung_barrierefrei.pdf

Plattform Footprint (2013) Footprint.at – Der Ökologische Fußabdruck Österreichs, 4. Auflage, http://www.footprint.at/fileadmin/zf/footprintfragen/Footprint-Broschuere-2013.pdf

Rahmstorf, S. (2013) Impacts of Sea-Level Rise, Video Talk No. 10, Online-Kurs “Turn Down the Heat: Why a 4°C Warmer World Must be Avoided”, https://www.coursera.org/course/warmerworld

Randers, J. (2012) 2052 – A Global Forecast for the Next Forty Years, A REPORT TO THE CLUB OF ROME COMEMORATING THE 40TH ANNIVERSARY OF The Limits to Growth, Vermont: Chelsea Green Publishing.

Schellnhuber, H. J. (2013) Risks of Large-Scale Changes in the Climate System, Video Talk No. 13, Online-Kurs “Turn Down the Heat: Why a 4°C Warmer World Must be Avoided”, https://www.coursera.org/course/warmerworld

Sekretariat der Klimarahmenkonvention mit Unterstützung des deutschen Bundesumweltministeriums (1997) Das Protokoll von Kyoto zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, http://unfccc.int/resource/docs/convkp/kpger.pdf

Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2014) Aktuelle Entwicklung der Nachhaltigkeitsindikatoren – Auszug aus dem Indikatorenbericht zur nachhaltigen Entwicklung in Deutschland 2014,
https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/UGR/EntwicklungNachhaltigkeitsind2014_72014.pdf?__blob=publicationFile

Stiftung Weltbevölkerung (2013) Video “7 Milliarden Menschen – Stiftung Weltbevölkerung”, https://www.youtube.com/watch?v=_ICONhgde6A, veröffentlicht am 10.01.2013, (zuletzt abgerufen am 10. Februar 2014)

The World Bank (2012a) Turn Down the Heat: Why a 4°C Warmer World Must be Avoided, A Report for the World Bank by the Potsdam Institute for Climate Impact Research and Climate Analytics, Washington: The World Bank.

The World Bank (2012b) Inclusive Green Growth – The Pathway to Sustainable Development, Washington: The World Bank.
http://issuu.com/world.bank.publications/docs/9780821395516#

Turley, C. (2013) Increasing Ocean Acidification, Video Talk No. 6, Online-Kurs “Turn Down the Heat: Why a 4°C Warmer World Must be Avoided”, https://www.coursera.org/course/warmerworld

WBGU (2013) Welt im Wandel – Menschheitserbe Meer – Zusammenfassung, Online-Link (zuletzt besucht am 14.02.2016)

WissensWerte (2012) Youtube-Kanal “WissensWerte Erklärfilme”, Video “WissensWerte: Klimawandel”, hochgeladen am 03.01.2012, abgerufen am 24. August 2014 unter https://youtu.be/dMDQzXvEBTE

WissensWerte (2013) Youtube-Kanal “WissensWerte Erklärfilme”, Video “WissensWerte: Biodiversität”, hochgeladen am 01.12.2013, abgerufen am 24. August 2014 unter https://youtu.be/8Jjffw_uZeo

Wüstemann, H. et al. (2014) Naturkapital und Klimapolitik – Synergien und Konflikte – Kurzbericht für Entscheidungsträger, Online-Link (zuletzt besucht am 14.02.2016)

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